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Geschichte von Cantha


Cantha


Grußwort von Meister Togo aus dem Kloster von Shing Jea


Ich heiße euch in Cantha willkommen, liebe Schüler. Ihr seid bereit, euch in den Klassen der Helden zu üben, einschließlich zweier alter Disziplinen, die es nur in Cantha, dem Reich des Drachen, gibt: Mit der Magie des Ritualisten könnt ihr Geister aus dem Jenseits herbeirufen und mit den raschen, leisen Methoden der tödlichen Assassinen die gefürchtetsten Gegner niedermachen. Ihr könnt entweder zu einem gewaltigen Krieger werden oder den Weg eines mächtigen Elementarmagiers einschlagen. Vielleicht seid ihr für die Methoden des manipulativen Mesmers geschaffen, aber unter Umständen werden eure Seelen auch von der heiligen Kraft der Mönche angesprochen. Vielleicht werdet ihr als Nekromanten Tote zur Verteidigung Canthas erwecken oder ihr legt den Mantel der Waldläufer an und kommt mit dem Bogen, der Falle und der Macht der Tiere über eure Feinde.

Studiert die Gesichter eurer Feinde und stellt euch ihnen mit aller Kraft entgegen, wenn ihr sie außerhalb des Klosters, auf den Straßen der Stadt Kaineng, im versteinerten Echowald oder auf dem glitzernden Jademeer antrefft. Meistert eure Klassen und seid weise bei der Auswahl eurer Verbündeten. Wenn die Zeit gekommen ist, eure Waffen zu ziehen, wird euch kaum ein Augenblick bleiben, um zu reagieren. Ihr werdet kaum Gelegenheit für müßiges Herumsitzen haben, denn bald müsst ihr in die große, weite Welt hinausgehen. Wenn dieser Augenblick gekommen ist, müsst ihr dazu bereit sein, diejenigen zu töten, die sonst euch töten würden. Ihr müsst euch darauf einstellen, denen, die in Not sind, beizustehen und Bündnisse mit denjenigen einzugehen, die euch eher feindlich als freundlich gesinnt zu sein scheinen.

In Cantha gehen abscheuliche Dinge um, die darauf hoffen, den Kern unseres Wesens zu vernichten. Dieses Böse will unser Geschlecht auslöschen und über ein Königreich des Elends regieren. Das werden wir nicht zulassen. Wir werden dieses Königreich mit dem Willen der Götter und der Kraft unserer Vorfahren verteidigen. Nehmt eure Ausbildung auf und meistert eure Fähigkeiten, denn das Schicksal des Reiches des Drachen hängt von euch ab.


Der Hof des Kaisers


Der Großteil des kaiserlichen Hofes setzt sich aus Adeligen zusammen – zuverlässigen Ratgebern, kriecherischen Jasagern und in manchen Fällen selbst unverblümten Spionen der Kurzick oder der Luxon. (Diese Spione haben keine Ahnung, dass der Kaiser über ihre Existenz Bescheid weiß und sie benutzt, um zu kontrollieren, welche Informationen vom kaiserlichen Hof diese Vasallenkulturen erhalten.) Der Hof unterscheidet sich von den Amtszimmern des Ministeriums für himmlische Angelegenheiten dadurch, dass seine Mitglieder buchstäblich beinahe den ganzen Tag mit dem Kaiser verbringen.

Am Hof trifft man auch die persönlichen Bevollmächtigten von Kaiser Kisu an, die ihn bei etlichen politischen und militärischen Anlässen vertreten. Die Klinge des Kaisers fungiert als seine rechte Hand – ein tödlicher Meister der Schwertkunst. Die Stimme des Kaisers gibt die Worte des canthanischen Monarchen wieder. Die Hand des Kaisers erledigt in Fällen, in denen Gewalt nicht vonnöten ist, Worte jedoch nicht ausreichen, was ihr von Kisu aufgetragen wird.


Das Ministerium für himmlische Angelegenheiten


Das riesige Reich des Drachen hat hunderttausende Einwohner. Viele davon sind Menschen, andere sind nahezu menschlich, und Kaiser Kisu herrscht über sie alle. Ein einzelner Mann, selbst ein Aufgestiegener Kaiser, kann sich jedoch nicht um alle Angelegenheiten und Gesetze kümmern, die das Herrschen über solch ein Reich mit sich bringt. Um erfolgreich über Cantha zu herrschen, wurde von jeher eine Bürokratie benötigt. Diese Bürokratie, die unter dem Namen Ministerium für himmlische Angelegenheiten oder einfach Himmelsministerium bekannt ist, ist im Lauf der Jahre größer und mächtiger geworden, aber nicht notwendigerweise leistungsfähiger. Kaiser Kisu ist sich darüber im Klaren, dass die Bürokratie unnötig aufgeblasen und stellenweise korrupt ist, doch selbst der souveräne Herrscher über Cantha kann die wachsende Klasse der Bürokraten nur begrenzt eindämmen.

Das Ministerium für himmlische Angelegenheiten ist in vier kleinere Ministerien unterteilt, jedes einem anderen Aspekt von Canthas Regierung gewidmet. Diese Ministerien, von denen jedes nach einem der vier Hauptelemente benannt ist, wurden vor mehreren hundert Jahren gegründet, um (vorgeblich) bestimmte Angelegenheiten zu behandeln, mit denen das Ministerium für himmlische Angelegenheiten überfordert war. Die Namen der Elemente, nach denen sie benannt sind – Feuer, Erde, Luft und Wasser –, stehen traditionsgemäß mit bestimmten (hauptsächlich mythischen) Kräften in Verbindung. Die augenscheinlichste Funktion aller Ministerien ist das Eintreiben von Steuern, was sie bei der Bevölkerung natürlich noch unbeliebter macht. Die meisten Canthaner lieben ihren Kaiser, hassen jedoch den Beamtenapparat, von dem sein Reich kontrolliert wird.


Flammenministerium


Das Flammenministerium ist die älteste der vier kleineren Organisationen innerhalb des Ministeriums für himmlische Angelegenheiten. Das Flammenministerium kontrolliert Strafvollzug und Justiz; verurteilte Kriminelle können verbrannt werden. Mythische Kraft: Kontrolle über Sonnenauf- und -untergang.


Erdministerium


Das Erdministerium ist gleichbedeutend mit Papierkram; Aufzeichnungen, Bauprojekte, Buchhaltung und vieles mehr fallen in den Bereich dieses Ministeriums. Das Erdministerium ist dafür berüchtigt, dass es öffentliche Projekte startet, die niemals zu Ende gebracht werden, jedoch Gewinn bringend für Freunde und Verbündete des Ministeriums sind. Mythische Kraft: Kontrolle über die Gaben des Landes – Tiere, Pflanzen und Mineralien.


Wasserministerium


Dieses Ministerium kontrolliert die Wasserversorgung, Bewässerung und Fischereiindustrie der Stadt und teilt sich die unmittelbare Hoheit über Canthas Häfen mit dem Windministerium (ein ständiger Stein des Anstoßes). Mythische Kraft: Kontrolliert sowohl Niederschlag als auch Aufgang und Untergang des Mondes.


Windministerium


Das Windministerium beaufsichtigt sämtlichen Handel, der vom Wind abhängig ist – auf dem Land- wie auch auf dem Seeweg. Die Kapitäne von Schiffen zahlen Steuern, die (so behauptet das Ministerium) dazu verwendet werden, den Wind in die gewünschte Richtung blasen zu lassen. Das Windministerium kontrolliert gemeinsam mit dem Wasserministerium die Häfen von Cantha. Mythische Kraft: Kontrolliert Wind und Sturm.


Die Vasallenfraktionen


Sowohl die Luxon, als auch ihre Todfeinde, die Kurzick, sind seit langem „Vasallen“ von Cantha – sie wurden vor langer Zeit politisch und wirtschaftlich vom Kaiserreich aufgenommen, haben jedoch ihre ausgeprägte Kultur und Lebensweise beibehalten. Was alle Luxon vereint, ist ihr Misstrauen gegenüber den Kurzick, ihren Konkurrenten um Macht und Vorherrschaft über das Land, und umgekehrt. Es gab jedoch einmal eine Zeit, als diese beiden Vasallenkulturen friedlich nebeneinander lebten. Dieser Friede wurde zerstört, als Shiro Tagachi vor zweihundert Jahren den 27. Kaiser tötete. Die Champions der Luxon und der Kurzick töteten zwar Shiro und rächten den Tod ihres Kaisers, sie starben jedoch gemeinsam mit tausenden anderen, als der Jadewind über das Land fegte. Seitdem leben die Luxon und die Kurzick in Zwietracht.


Die Luxon vom Jademeer


Ein paar flüchtige Sekunden lang wirbelte der durch Shiros Todesschrei verursachte Sturm das Meer so sehr auf, dass seine Wellen hunderte Meter hoch ragten. Doch unmittelbar danach war alles still – und die Ursache war keine Kaltwetterfront, die das Meer in Eis verwandelt hatte. Es war vielmehr zu Jade erstarrt. Um überleben zu können, mussten sich die Luxon an ein Leben ohne das Meer anpassen, da sie nun weder ihre Waren zu den Märkten transportieren, noch zu den nächsten Inseln segeln konnten, um Süßwasser zu holen. Ihre Handelsschiffe waren mit dem erstarrten Ozean verschmolzen und die Strömungen, die sie zu fernen Ländern trugen, waren still wie Glas.

Die Luxon, die traditionell ein Seefahrervolk waren, wurden zu Nomaden, die ein lebloses Meer befuhren. Sie ersannen Methoden, um ihre riesigen Schiffe für die Jadewellen umzubauen. Nun widmen sie sich dem Jadebergbau auf der erstarrten See und bergen magische Kuriositäten und kostbare Rohstoffe, die dem im versteinerten Meer eingebetteten Leben entstammen.

Heute sind die Luxon in drei verschiedene Clans eingeteilt: den der Schlange, den der Schildkröte und den des Krebses. Um die Ordnung zu gewährleisten, legen die Luxon die Autorität in die Hände ihres Ältestenrates, jener herrschenden Institution, die jedes Jahr zusammentrifft, um den „Kodex“ festzulegen, dem die Clans während der nächsten zwölf Monate Folge zu leisten haben. Obwohl die Clans sich oft gegenseitig bekämpfen, geht es dabei weniger um Kriegsführung als vielmehr darum, festzustellen, welcher Clan der stärkste und mächtigste ist. Diese Kämpfe werden üblicherweise von den Champions der Clans zusammen mit ihrer Elitegarde ausgefochten. Ganz egal, wie uneinig die Clans sich sind, wenn es darum geht, den Kurzick eine Lehre zu erteilen, kommen sie alle zusammen.


Die Kurzick vom Echowald


Als der Jadewind durch das Geäst des Echowalds fegte, verwandelte er alles zu Stein. Der Flug der Vögel wurde unterbrochen, und sie fielen zu Boden. Rehe aus Fleisch und Blut sprangen in die Luft, doch, als sie den Boden wieder erreichten, waren sie nur mehr steinerne Statuen. Nun, da zwei Jahrhunderte vergangen sind, kehrt das Leben vorsichtig wieder in den Wald zurück. Die Kurzick waren die Ersten, die sich in den Wald zurückwagten. Sie haben sich ihrer versteinerten Umgebung angepasst und Zeichen ihrer Kultur in das Gestein dieser neuen Landschaft gemeisselt.

Den frommen Kurzick gilt alles als Zeichen, als Vorbote dessen, was kommen wird. Für sie ist alles, was sie sehen, Träger einer göttlichen Botschaft. An der Spitze ihres Kirchenstaats steht der Rat der Edelleute, der wichtige Entscheidungen erst fällt, nachdem er jene spirituellen Führer konsultiert hat, die sich selbst die Redemptoristen nennen. Die Herrscher der Kurzick stammen aus mächtigen Dynastien, deren Stammbäume sich bis in die ferne Vergangenheit Canthas und dann noch weiter zurückverfolgen lassen.

Heute herrschen fünf Dynastien, von denen zwei die Träger erheblicher Macht und großen Einflusses sind, über die Kurzick. Es ist keine Seltenheit, dass die Dynastien sich untereinander streiten, doch wenn es gilt, die Luxon zu bekämpfen, vergessen die Kurzick schnell ihre internen Streitigkeiten und richten ihren Hass auf den althergebrachten Feind. Seit Shiros Tod und der Versteinerung des Waldes haben die Kurzick ihre kunstvollen Behausungen und Kathedralen direkt in die versteinerten Stämme der Baumfossilien des Waldes gehauen. Die Kultur der Kurzick beruht auf Zeremonien, Ritualen und Traditionen, und dies wird auch in ihrer kunstvollen Architektur und Kunst widergespiegelt.


Die Tengu von Cantha


Die Tengu sind eine einzigartige Spezies vogelartiger Humanoiden, die in Tyria und in Cantha verbreitet sind. Die weiblichen Exemplare sind für gewöhnlich größer als die männlichen, ihr Gefieder ist jedoch schlichter, ja sogar matt. Die Tengu verloren ihre Flugfähigkeit vor langer Zeit, mit ihren menschenähnlichen Händen können sie aber alle möglichen Waffen führen – wenn sie wollen. Ihre Krallen machen die meisten Waffen überflüssig. Tengu hassen zubereitete Nahrung und ernähren sich zumeist von frischem, rohem Fleisch.

Die Angchu-Tengu von Cantha sind seit langem von ihren Verwandten im Norden abgeschnitten – canthanische Kaufleute reisen zwar regelmäßig nach Tyria, doch nur wenige nehmen Tengupassagiere mit. Die Angchu sind der friedlichere der zwei Tengustämme in Cantha. (Die primitiveren und streitbareren Sensali-Tengu greifen Menschen – und Angchu-Tengu – an, sobald sie sie erblicken. Die Angchu haben mit den Menschen, die ihr Land beherrschen, zu leben gelernt, wohingegen die Sensali ein Leben als Nomaden bevorzugen. Die Angchu-Tengu haben gelernt, sich klar auszudrücken und leben überwiegend mit ihren menschlichen Nachbarn im Frieden. Am verhasstesten ist den Angchu das Volk der Yetis in den Bergen, ihren Erzfeinden seit der Zeit, als Cantha noch nicht als vereinigtes Reich existierte. Die Canthaner tolerieren die Angchu-Tengu, aber nicht viele sehen sie als den Menschen gleichwertig an.

Die größte Siedlung der Angchu heißt in der Umgangssprache (welche Altcanthanisch selbst auf dem südlichen Kontinent vor langer Zeit verdrängte) Adlerhorst. Beide Tengustämme haben viele verschiedene Namen für das Dorf, wenn sie sich jedoch mit Außenstehenden unterhalten, nennen sie es Adlerhorst. Adlerhorst wird von Merlin Federstein, einem weisen, schroffen, und von allen respektierten alten Tengu, der als Bürgermeister, Sheriff, Richter und (wenn nötig) Henker der Siedlung dient, regiert. Die meisten Canthaner führen den Frieden zwischen Adlerhorst und den Menschen von Cantha auf Federsteins Führung zurück. Doch selbst Merlin Federstein kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn ein törichter Mensch es wagt, während der harten Wintermonate nach Adlerhorst (oder in ein anderes Tengudorf) zu kommen. Im Winter, wenn Frischfleisch Mangelware ist, werden die Angchu-Tengu unter Umständen genauso feindselig wie ihre Sensalivettern.


Quelle: guildwars.com
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